Vom Winter zum Frühling

Winter und Frühling
Winter und Frühling

Als wir vor zwei Wochen das letzte Mal in Eutin waren, begann es schon zu schneien. Nach nur einen Nacht glich die Stadt einer Schneelandschaft. Der perfekte Abend also für einen gemütlichen Abend am warmen Kamin. Und eine schöne Gelegenheit, ein paar tolle Winterfotos von der Stadt zu machen. Leider war unser Zeitplan so eng getacktet, dass es nur für ein Foto auf dem Weg zum Bäcker gereicht hat. Und dann wurde es schlagartig „richtig“ Winter. Auf unserer Rückfahrt konnten wir auf der ungeräumten Autobahn nur 80 km/h fahren. Und ich habe in der darauf folgenden Woche ein bisschen gebibbert, ob ich die Heizungen nicht vielleicht doch etwas zu niedrig für den untypischen Frost eingestellt habe. Aber es ist alles gut gegangen und so erwartete mich an diesem Wochenende ein Eutin, in dem langsam aber sicher der Frühling Einzug hält.

Frühlingsluft genießen

Eigentlich ist jetzt genau das richtige Wetter, um mal für eine Woche spontan dem Alltag zu entfliehen und einen Kurzurlaub in der Holsteinischen Schweiz zu machen. Sollten sie in unserem Buchungskalender keinen freien Termin mehr für ihre Atempause finden, hilft ihnen die Tourismuszentrale sicher gerne weiter.

 

Warm, kalt, extrem warm

Der erste Versuch mit Heizungssteuerung ist gemacht – und fehlgeschlagen. Ich habe mir einen Z-Wave USB Stick (Z-Wave ZME_UZB1 Me USB Stick) und ein dazu passendes Heizungsventil (Z-Wave Eurotronic Heizungsthermostat Comet Z) bestellt. Auf dem Raspberry Pi habe ich openHAB installiert. Als Mac-Nutzer mag ich Software, die von Haus aus mit einem hübschen Clicky-Bunti Interface kommen. Dass genau zwei Tage vor meinem Test eine neue Version von obenHAB erschienen ist, war ein zusätzlicher Pluspunkt. Wie konnte ich an brandneuer Software vorbei gehen, ohne sie auszuprobieren.

Das Testszenario, das ich mir erdacht habe, ist simpel. Wenn wir nicht im Haus sind, soll die Heizung dafür sorgen, dass uns die Bude nicht einfriert. Wenn wir in Hamburg losfahren, schalten wir die Heizung ein, und wenn wir in Eutin ankommen, ist alles kuschlig warm. Keine Experimente mit automatisierter Nachabsenkung und Ähnlichem.

Installation

Zu meiner Überraschung und Freude hat openHAB den USB Stick sofort gefunden. Die Verbindung zum Heizungsventil war dann schon deutlich herausfordernder. Da ich mich hier auf Neuland befinde, habe ich etwas untypisches gemacht: Schon vor dem ersten Versuch habe ich die Anleitung gelesen. Und bin dabei ziemlich überfordert gewesen. Da im Anschluss auch die Methode „Rumspielen“ nichts gebracht hat, habe ich einen halben Tag im Netz gesucht, bis ich endlich eine Anleitung gefunden habe, die ich verstanden habe.

  1. An die Heizung anbauen.
  2. Batterien einlegen (Im Display steht nun PREP)
  3. Den kleinen Knopf im Batteriefach drücken.

Nun steht im Display INST und wenn man nun auch ein bisschen mit openHAB experimentiert, findet die Software auch das Heizungsventil.
Das Ventil wird gefunden und in openHAB angezeigt. Die Temperatur kann man komfortabel vom Computer und dem Handy aus anpassen. Und dann passiert – nix. Das Ventil reagiert nicht und der Herr des Hauses Chaoses geht frustriert ins Bett.

Am nächsten Morgen war es muckelig warm in der Küche. Das ist zwar schön, denn draußen ist es kalt, aber ich möchte schon wissen, warum, schließlich habe ich gestern Abend noch in der Küche gefroren. Also tiefer eingetaucht in die Technik. Es hat sich herausgestellt, dass das Ventil nur alle paar Stunden „auf Sendung“ geht und daher den Befehl vom Raspberry auch erst deutlich verspätet empfangen hat. Das kann man anpassen – und muss dann entsprechend lange warten, bis das Ventil diese Änderung mitbekommt. Ich habe das Ventil als Kompromiss zwischen Dauersignal und „alle paar Stunden“ auf drei Minuten eingestellt. Gerade genug für einen ungeduldigen Geist wie meinen.

Soweit funktioniert also alles schon ganz gut. Ich kann die Heizung von Eutin und von Hamburg aus Regeln. Ich kann sie sogar abends vom Bett aus runterschalten und morgens wieder hochfahren.

Sechs Wochen später …

Ich komme in Eutin an. Ein lauer, warmer Frühlingstag. Im Oberdeck empfängt mich eine brüllende Hitze. Das Ventil ist absolut offen und lässt sich auch nicht runterschalten. Fenster auf, lüften und Durchzug. Das Internet erzählt mir in zahlreichen Produkttests, dass das Ventil komplett öffnet, wenn die Batterien erschöpft sind. An sich ja ganz sinnvoll, da bekommt man es gleich mit und kann die Batterien wechseln. Dumm nur, wenn man nur alle zwei Wochen oder so ins Haus kommt. OK. Lesson learned. Keine billigen IKEA Batterien, sondern Qualität ins Gerät gelegt. Erfreulicherweise muss ich das Ventil nicht wieder neu anlernen.

Sechs Wochen später …

Ein warmer Frühsommertag. Brüllende Hitze im Oberdeck. Da die Heizperiode jetzt es vorbei ist, verbuche ich dieses Experiment als Fehlschlag und schraube das alte Ventil wieder an den Heizkörper. Aus meiner Sicht ist eine Lebensdauer der Batterien von sechs Wochen inakzeptabel für unsere Zwecke. Zumal ich das Potential der Energieeinsparung nicht sehe, wenn man pro Jahr 18 Batterien pro Heizkörper verbraucht. Mal schauen, ob ich im nächsten Herbst einen neuen Versuch wage. Vielleicht könnte das EnOcean Protokoll eine Lösung sein. Bei EnOcean benötigt der Funk keine Energie aus Batterien … aber da kostet ein Ventil auch gleich das dreifache …

Fiat IKEA Lux

Ich habe am Rande mitbekommen, dass IKEA nun auch ein SmartHome System im Angebot hat. Auf der einen Seite bin ich ein großer IKEA Fan, auf der anderen Seite finde ich die Induktionsladestationen zwar nett, aber ziemlich teuer – zumal ich eh kein Handy habe, dass ich über Induktion laden kann. Und ob die Schweden schlaue Technik können … Also habe ich das neue System erst mal gedanklich nach hinten geschoben.

Nun bin ich da wieder über das Trådfri System gestolpert. Und habe dabei festgestellt, dass ein Einsteiger-Set mit Gateway, Fernbedienung und zwei Funklampen gerade mal 75 Euro kostet. Das ist günstig. Kann man das vielleicht mit dem Raspberry steuern? Eine schnelle Suche zeigt, dass es ein brandneues Modul für Fhem gibt, dass mit den IKEA Lampen kommunizieren kann. Und IKEA kommuniziert wohl auch klar, dass sie mehr Geräte anbinden wollen und offen für andere Softwareprojekte sind. OK. Ihr habt mich. „Schaaaatz? Hast du nicht Lust, Samstag mal zu IKEA zu fahren?“

Zufälligerweise war am selben Tag auch der „Handgemacht“ Markt in Travemünde, sodass wir beide einen Grund hatten, nach Lübeck zu fahren. Bei IKEA gab es dann noch eine Stehlampe für Steuerbord, ein Regal fürs Oberdeck und neben dem Starterset noch einen Bewegungsmelder für den technikbegeisterten Mann.

Zurück in Eutin hatte IKEA für den Bastelspaß erst mal den Auspackfrust gesetzt. Im Umkarton befindet sich eine dieser superverschweißten Plastikboxen, die man nur mit einer Schere (was an den hohen Rändern scheiterte), einem Messer (was die Plastikkomponenten in Gefahr bringt) oder roher Gewalt (was echt anstrengend ist und natürlich die Gefahr birgt, dass die zarten Informatikerhände sich am Plastik schneiden.

Danach geht es dann IKEA-mäßig flott von der Hand. Gateway anschließen, IKEA App runterladen und den Anleitungen in der App folgen (die übrigens IKEA-untypisch, Text enthalten). Nach einer halben Stunde waren drei Lampen, eine Fernbedienung und der Bewegungsmelder sinnvoll im Oberdeck verbaut und über die App konfiguriert.

Fazit

Ich für meinen Teil bin begeistert. 100 Euro auf die schwedische Theke gelegt und meiner Meinung nach ein ordentliches Spielzeug dafür bekommen. Nun muss ich mal sehen, ob und wie ich den Raspberry damit verbunden bekomme. Nach dem Fehlschlag mit dem Heizungsventil brauche ich openHAB ja erst mal nicht mehr, und wenn Fhem da einen Mod für hat, kann openHAB auch raus und Fhem rein. Oh. Eine Suche nach openHAB + Trådfri bringt auch schon Ergebnisse …

Kiwipflanzen in Norddeutschland

Der Garten steht aktuell wieder  weiter oben auf der Liste. Bisher gab es relativ viele Zitruspflanzen und eher mediterranes Gewächs in Töpfen, was in der kalten Jahreszeit in den Ferienwohnungen überwintern konnte. Das wird sich jetzt ändern, denn die Wohnungen sollen das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Denn wir vermuten, dass kaum ein Gast Slalom in einem Urwald aus fast mannshohen Topfpflanzen laufen möchte.
Wir geben die Pflanzen natürlich in gute Hände und entsorgen sie nicht in der Biotonne. Weiterlesen „Kiwipflanzen in Norddeutschland“